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Aktuelles

Umsatzsteuer – das unbekannte Wesen

Gemeindeverbände und Erzbistum informieren.

Soest. Der 1. Januar 2021 ist für alle Kirchengemeinden ein wichtiger Stichtag. Mit diesem Datum läuft nämlich die Optionsfrist für Körperschaften öffentlichen Rechts aus und das wirtschaftliche Handeln eben auch von Kirchen unterliegt dann in Deutschland der Umsatzsteuer.

„Dieser Tag wird viel verändern – aber wir werden darauf vorbereitet sein und wir werden als Dienstleister organisatorisch, technisch und rechtlich den katholischen Kirchengemeinden zwischen Hamm und Siegen zur Seite stehen“, versprach Josef Mertens, Geschäftsführer der katholischen Gemeindeverbände Hellweg, Hochsauerland-Waldeck und Siegerland Südsauerland, am Donnerstagabend im Rahmen einer Informationsveranstaltung im Soester Hotel Susato.

Über 50 Kirchenvorstände waren der Einladung des Erzbistums Paderborn in Zusammenarbeit mit den Gemeindeverbänden gefolgt, um sich auf den neuesten Stand bringen zur lassen, wie weit das „Projekt Umsatzsteuer“ fortgeschritten ist. „Ich hoffe nur, dass dies nicht noch mehr Arbeit für uns bedeutet“, fasste ein Teilnehmer vor Beginn der Veranstaltung die Befürchtung vieler ehrenamtlicher Mandatsträger zusammen.

„Wir lassen Sie nicht alleine.“

Ein wichtiges Stichwort auch für Wolfgang Schulte, Leiter der Stabsstelle Steuern in der Hauptabteilung Finanzen des Erzbischöflichen Generalvikariats in Paderborn. Als einer der beiden Referenten lag es an ihm, den Kirchenvorständen zu erklären, wie sich die Gemeinden am besten und vor allem rechtssicher auf die Zeit nach dem 1. Januar 2021 vorbereiten können. In einer umfangreichen Präsentation schilderte er detailreich die jetzige Ausgangslage, die künftige Rechtslage und die Hilfen des Erzbistums. „Wir lassen Sie nicht alleine mit der Arbeit sitzen. Zum Beispiel unterstützen wir sie ab sofort auch schon in der Vorbereitungsphase mit Fördermitteln für einen eigenen Steuerberater“, erläuterte Schulte.

Umfangreiche Handreichungen des Erzbistums und eine stets aktuelle Internetseite sollen zudem die Arbeit der ehrenamtlichen Gremien in den Gemeinden erleichtern und den Kirchvorständen sowohl das notwendige Fachwissen als auch Rechtssicherheit im Umgang mit der Umsatzsteuer vermitteln.

Thomas Schneider, künftiger Abteilungsleiter Gemeindefinanzen in den kooperierenden Gemeindeverbänden, konnte als zweiter Experte an diesem Abend seinem Vorredner nur beipflichten. „Ja, das Thema Umsatzsteuer ist undankbar und auch in der Tiefe kompliziert. Aber als Gemeindeverband werden wir sowohl mit Kompetenz, speziellen EDV-Lösungen als auch der notwendigen Manpower für die Kirchenvorstände da sein“, stellte Schneider die Planungen vor.

Mustergemeinden werden bestimmt

Damit am 1. Januar 2021 alles reibungslos funktioniert, werde beispielsweise ein neues Finanzbuchhaltungsprogramm etabliert. Mit sogenannten „Mustergemeinden“ werde man zudem alle möglichen Vorgänge vorher testen und erst dann eine bewährte Organisation auf das gesamte Gebiet der Gemeindeverbände „ausrollen“. „Wir sind gerade dabei festzulegen, mit wie vielen und welchen Gemeinden wir in diesen Projektabschnitt starten“, erklärte er.

Nach anfänglichen Zweifeln schienen die anwesenden Kirchenvorstände nach den Ausführungen der Referenten und einem regen Austausch zu Detailfragen etwas beruhigter zurück in ihre Gemeinden zu fahren. „Das Thema wird uns zwar intensiv beschäftigen und bringt auch Arbeit mit sich, aber wir wissen, dass wir Experten an unserer Seite haben, die uns begleiten“, stellte ein Teilnehmer fest.

Noch bis November 2018 „tourt“ das Erzbischöfliche Generalvikariat durch die Gemeinden, um Kirchenvorstände über die Neuregelung der Umsatzbesteuerung zu informieren. Weitere Veranstaltungen finden hierzu noch statt am:

  • 11. Oktober 2018, 18 Uhr, Campus der Stadtwerke Arnsberg

  • 6. November 2018, 18 Uhr, Kolpinghaus Olpe.

Anmeldungen sind direkt bei der Katholischen Erwachsenen- und Familienbildung möglich (02931 52976-10). Oder Sie melden sich bei den Gemeindeverbänden. Hier kann man sich auch bei weiteren Fragen an den jeweiligen Experten direkt wenden.